LG Prada
Italienisch-koreanische Designerware: Jetzt auch zum Telefonieren!
Handys sind zum Kommunizieren da? Wo leben Sie denn? In den letzten fünf Jahren hat sich eine entscheidende Wende vollzogen. Ein Handy gehört zur Grundausstattung des Westeuropäers. Die Zahl der Handyverträge übersteigt die Zahl der Einwohner Deutschlands deutlich. Und angesichts der Tatsache, dass Kleinkinder und Greise in der Regel kein Mobiltelefon besitzen, wirkt sich diese Zahl dahingehend aus, dass einige Zeitgenossen tatsächlich drei oder mehr Handys samt Verträgen besitzen. Die Vermutung, dass gewisse Modelle schlicht zum Outfit des Kunden passen müssen, liegt nahe. In diese Kerbe schlug zum Beispiel die Dolce & Gabbana-Version des MOTORAZR. LG zieht mit dem Prada-Phone nach. Beim Erstkontakt mit dem Handy fällt auf, dass die rund 600 Euro, die das Gerät ohne Vertrag kosten soll, vor allem in der Verarbeitung stecken. Am Prada-Phone findet sich nichts, dem man eine schlechte Verarbeitung unterstellen könnte. Es wurde ausschließlich Metall für die Herstellung verwendet, dennoch bringt das Handy nicht mehr als 86 Gramm auf die Waage. Wohl auch, weil es in der Dicke nur 12 Millimeter misst…
Prada: Ein italienisches Modeimperium
Wer braucht noch ein iPhone?
Eigentlich hat man mit dem Modell die angeblich revolutionäre Funktionsweise des Apple-Handys gemopst. Beziehungsweise eher umgesetzt als der amerikanische Konkurrent: Das Prada-Phone kommt völlig ohne klassische Tatstatur aus. Wollen Sie eine Nummer eintippen, erscheint eine Touchscreentastatur, die auf dem drei Zoll messenden Display angezeigt wird. Waschen Sie sich aber vor der Eingabe gründlich die Finger, Ihre Abdrücke würden sonst die komplette Optik des Prada-Phones ruinieren. Fettfinger und ein fast 600 Euro teures Fashionphone wollen nicht so recht zueinander finden.
Doch so ganz ohne herkömmliche Tasten kommt auch ein italienisch-koreanisches Designergerät nicht aus. An den Gerätseiten sind Tasten angebracht, die die Grundfunktionen des Handys aktivieren. Die weitere Bedienung erfolgt dann tatsächlich ausschließlich auf dem Touchscreen. Die Menüsymbole wurden von Prada designt. Neben dem erwähnten Fleckenproblem mutet es anfangs komisch an, keinen Druckpunkt zu spüren. Hier ist das Problem noch extremer als bei Motorolas RAZR. Allerdings hat der Touchscreen auch seine Vorteile. Wegen der optisch herrlich reduzierten Ansicht, kommen Tasten auf dem 240x400 Pixel auflösendem Bildschirm allerdings sehr schön zur Geltung. Auch Kunden mit relativ großen Fingern werden dabei nicht überfordert. Sie sollten sich dennoch etwas Zeit lassen beim Tippen, denn vor allem bei sehr hastigen Eingaben nimmt das Prada-Phone nicht jeden Befehl bereitwillig auf.
Form über Funktion?
Design hin oder her: Irgendwann möchte man mit dem Teilchen auch mal was Praktisches anstellen, statt es immer nur zu präsentieren. Bei der Technik wird aber deutlich, dass Features auch in einem Gerät, auf dem das Prada-Logo prangt, recht sparsam ausfallen können. Die Kamera bringt es auf 2 Megapixel. Die Linse stammt übrigens aus deutschem Hause, Schneider-Kreuznach zeichnet hierfür verantwortlich. Die Bildqualität ist ordentlich. Die Kamera verfügt außerdem über einen Autofokus und ein Kameralicht. Sehr fein: Das riesige Display dient als Vollbildsucher.
Musikalisch wird es mit einem MP3-Player. Es liegt auch gleich eine 256 MB fassende Speicherkarte im Paket. Die 8 Megabyte an internem Speicher, die das Gerät von Haus aus mitbringt, reichen für großartige Multimediafeatures nicht aus. Prada-Kunden sollten schnellstens mehr Geld in eine größere Karte investieren. Schön, dass auch das Prada-Phone A2DP per Bluetooth versteht. So muss man sich sein Outfit nicht mit Kabeln ruinieren. Die Telefonfunktionen sind nicht zu verachten. Gesprächspartner klingen zwar nicht so gut, wie das Gerät aussieht, die Sprachqualität steht Konkurrenzprodukten aber in nichts nach. (BS)
PRODUKTBILDER & WERTUNG
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| Preis ohne Vertrag (bei Markteinführung) | ca. € 600,- |
| Preis mit Vertrag (bei Markteinführung) | ca. € 200,- |
| TECHNIK | |
| Gewicht | 85 g |
| Maße | 98,8x54x12 mm |
| Netze | 900/1800/1900 |
| Akku | Li-Io |
| Standby | 200 Std. |
| Gesprächszeit | 180 Min. |
| Speicher intern | 8 MB |
| Wechselspeicher beiliegend | 256 MB |
| DISPLAY | |
| Typ | LCD-TFT |
| Auflösung | 240x400 |
| Farben | 262.144 |
| MULTIMEDIA | |
| Kamera | ja (1600x1400) |
| Video | ja (400x240) |
| Musik | ja (AAC, AAC+, AMR, MIDI, MMF, MP3,WAV) |
| Ruftöne | polyphon (40)/Realtone |
| SMS/MMS | ja/ja |
| WAP/HTML | ja/ja |
| Java | ja |
| Schnittstellen | BT/USB |
| Wechselspeichertyp | Micro-SD |
| KURZ & KNAPP | |
| Extras | Document-Viewer |
| Pro | optisch elegant, Statussymbol, top verarbeitet |
| Contra | technisch nur Mittelmaß |
| Fazit | Passt zum Gucci-Kleid und macht sich gut in einer Louis-Vuitton-Tasche. |
| WERTUNG | BEFRIEDIGEND (74%) |







