Können & Kosten
Superschnelles Internet, massenweise Downloads, Fernsehen!
Einige von Ihnen haben vielleicht einen PC mit DSL-Zugang zu Hause. Schon jetzt ist UMTS fast halb so schnell wie normales DSL, in Zukunft wird es aber noch viel schneller werden. Rechnen Sie mal nach: Einfaches T-DSL 1.000 schafft knapp 128 Kilobyte pro Sekunde, UMTS hingegen soll irgendwann mal bis zu über 6.000 Kilobyte pro Sekunde erreichen! Dadurch könnten Sie mit zukünftigen UMTS-Handys rund 50mal schneller im Internet surfen als mit heutigen PCs!
Handy-Logos und Klingeltöne zum Download gibt es ja jetzt schon ohne Ende. Mit UMTS und zukünftigen Handys wird aber alles noch eine ganze Ecke besser werden: Keine pixeligen Schwarzweiß-Bildchen mehr, sondern gestochen scharfe Fotos in Nullkommanix aufs Handy gezaubert! Einen PC zum Downloaden von Musik brauchen Sie bald auch nicht mehr – mit UMTS saugen Sie sich in wenigen Augenblicken ganze MP3-Sammlungen direkt aufs Handy!
Fernsehen immer und überall wird mit UMTS was ganz Normales werden. Bis Sie aber das komplette Fernsehprogramm auf Ihrem Handy haben, ist es noch ein weiter Weg. Bisher läuft der Fernsehempfang über Portale der Mobilfunknetzbetreiber. Zum Beispiel "MobileTV" von Vodafone, dem größten Anbieter von UMTS-Inhalten: Hier gibt es MTV-Clips, Highlights aus TV Total, Bundesliga und Champions League, Wetter, Nachrichten von CNN und N24 und vieles mehr!
Und bei der Videotelefonie können Sie Ihren Gesprächspartner nicht nur hören, sondern im Handy-Display auch sehen. Das ist schon jetzt mit GSM möglich, macht aber keinen Spaß. Tonqualität aus dem vorigen Jahrhundert, Bilder so verpixelt, dass einem die Augen tränen. Mit schnellem UMTS hingegen können Bild und Ton so sauber und klar übertragen werden, als stünde Ihnen der Gesprächspartner direkt gegenüber! Somit ist Videotelefonie so ziemlich das wichtigste Feature für UMTS.
Was kostet UMTS?
Nicht gerade wenig. Ohne Vertrag gehen die Preise für neue UMTS-Handys schon mal bis zu 1.000 Euro. Natürlich kann man auch UMTS-Handys für 0 Euro bekommen, dann aber mit Verträgen, bei denen man hohe Monatspaketpreise abdrücken darf. Natürlich alles schön an Mindestvertragslaufzeiten gebunden und in seitenweise Kleingedrucktes gequetscht, das kein Mensch durchblickt. Beispiel: Vodafones UMTS-Pakete bieten 20, 100, 200 oder 500 Minuten UMTS-Nutzung im Monat und kosten jeweils monatlich 20, 35, 45 oder 100 Euro. Die Pakete erlauben unter anderem einen Music-Download pro Monat, Videotelefonie zum Preis von Sprachtelefonie (bis 31.12.05), kostenloses MobileTV (bis 31.12.05) und Internet-Nutzung. Im Vodvone Live-Portal ist das Surfen kostenlos, außerhalb dieser Zone werden zusätzliche Kosten fällig. Sie sehen also, es gibt eine Menge Kleinigkeiten, Einschränkungen und Fallen zu beachten. Aber das kennt man ja schon von "normalen" Handytarifen...
Muss ich UMTS jetzt haben?
Noch vor ein paar Monaten hätten wir gesagt: Auf keinen Fall! Ruckelnde Videotelefonie, kein Empfang, abbrechende Downloads – so sah der Alltag eines UMTS-Nutzers aus. Der Netzausbau geht aber mittlerweile fleißig voran und auch die Handys selbst wissen UMTS immer besser zu nutzen. Nach wie vor sind aber sowohl UMTS-Handys als auch die Tarife noch recht teuer. Für den Otto Normaltelefonierer ist UMTS bislang reines Luxusgut und spricht in erster Linie zwei Gruppen an: Geschäftsleute, die ihre Freizeit auf Flughäfen verbringen, und Multimedia-Freaks, die immer das Neueste vom Neuen haben müssen. Außer Frage steht, dass Sie mit einem aktuellen UMTS-Handy für die Zukunft gerüstet sind. Bis aber UMTS so alltäglich und erschwinglich wie SMS ist, wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Für viele Kunden dürfte UMTS auch einfach eine Frage des Geldes sein.
GPRS, HSCSD und EDGE
GPRS (General Packet Radio Service) ermöglicht schnellere Datenübertragung im GSM-Netz. Bei GPRS werden die Daten paketweise durch mehrere Kanäle des Netzes geschickt, vergleichbar mit einer mehrspurigen Autobahn. Diese Kanäle müssen sich allerdings alle Teilnehmer teilen – sind "alle Leitungen dicht", muss man warten, bis wieder was frei wird. Anwendungen wie Internetradio unter Videostreams sind aufgrund dieses "zerhackten" Datenstroms weniger geeignet. HSCSD (Hyper Speed Circuit Switched Data) funktioniert im Prinzip ähnlich, stellt aber jedem Teilnehmer seinen eigene "Telefonleitung" zur Verfügung. Der Vorteil ist eine konstantere Datenübertragung. Daraus ergeben sich auch zwei unterschiedliche Kostentarife: Bei HSCSD wird nach Nutzungsdauer berechnet, bei GPRS nach übertragener Datenmenge. EDGE (Enhanced Data Rates for Global Evlution) ist eine Weiterentwicklung von GPRS und erreicht durch Kanalbündelung 384 kBit pro Sekunde, was der heutigen Maximalgeschwindigkeit von UMTS entspricht. Neue Handys können diese Technologie bereits nutzen, in Deutschland wird EDGE allerdings noch von keinem Netzbetreiber unterstützt. (SRÖ, Stand: Ende 2005)






