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Kosten & Aussichten

Preisfrage

Was muss nun aber der interessierte TV-Connaisseur für all die schöne High-End-Technik auf den Ladentisch legen? Nun, zunächst muss die Hardware rangeschafft werden. Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe beläuft sich das gewaltige Angebot auf genau ein Handy: Das Samsung SGH-P900. Einen Test des Gerätes finden Sie ab Seite 46. Wie bei allen anderen Mobiltelefonen auch, kann man an das Gerät ausgesprochen günstig herankommen, wenn man es mit einem festen Vertrag kombiniert. Ohne Vertrag reißt die brandneue Hardware freilich ein ordentliches Loch (im Moment noch ca. 600 Euro) in den Geldbeutel. Für die angebotenen Fernsehprogramme wird dann natürlich ebenfalls eine Gebühr fällig. Als Flatrate-Deal für 9,95 Euro pro Monat hat Debitel das „watcha“-Programm zu bieten. Dabei handelt es sich um ein MFD-Portal inklusive der fünf von uns vorgestellten Handy-Sender. Vergleichbare Angebote werden in Zukunft mit Sicherheit in etlichen Varianten und bei mehreren Anbietern zu haben sein.

Vorsicht auch vor der GEZ! Als voll funktionsfähige audiovisuelle Digitalempfänger sind die TV-Handys gebührenpflichtig! Für sie werden in Zukunft die vollen 17,03 Euro pro Monat anfallen, die Sie auch für einen normalen Heimfernseher aus dem Portemonnaie ziehen müssten. Kein Problem für jedermann, der das bereits tut: Wenn Sie ein privates TV-Erstgerät angemeldet haben und bezahlen, fällt Ihr Handy unter die Zweitgeräteregelung, ist damit von den Gebühren befreit. Ausdrücklich nicht gilt dass für TV-Handys, die einen Teil der gewerblichen Arbeitsausrüstung darstellen, also keine Telefone für Privatpersonen sind. Gewerbliche Empfänger sind von Privathaushalten getrennt, müssen demnach extra bezahlt werden.

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Vorprogrammiert
Auf welches Pferd sollte man als angehender Allzeitfernseher nun aber setzen? Unserer Meinung nach lautet die beste Devise: Abwarten. Zwar ist das angesprochene Samsung-Handy bereits jetzt gut genug, um unseren Award einzukassieren, doch mehr Auswahl kann niemals eine schlechte Sache sein. Insbesondere da bereits mehrere Geräte namhafter Hersteller in Arbeit sind (siehe Kästen). Neben diesem Grundsatzgedanken zur Hardware ist aber auch das Übermittlungssystem wichtig. Wie schnell sich hier nämlich der Industrieliebling wechseln kann, sieht man gerade am Beispiel DMB/DVB. Noch im Juni dieses Jahres deuteten alle Anzeichen auf DMB – erste Hardware in Serienproduktion, erste Programme und dazu passende Flatrate-Angebote. Doch dann – zack – stellten sich die vier Netzbetreiber Deutschlands (E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone) geschlossen hinter DVB-H. Der Grund: Die Angebotsvielfalt. Bis zu 40 Programme soll DVB-H vertragen können, DMB kann hier nur schlecht mithalten. Auch die Gerätehersteller scheinen einheitlich auf DVB zu setzen, insbesondere Nokia kümmert sich gegenwärtig, wenn überhaupt, nur am Rande um DMB-Inhalte.

Doch kaum ist ein Trend zu beobachten, werden auch bereits die ersten Gegenstimmen laut. Laut der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien wurde in der jüngst beendeten Funkplanungskonferenz in Genf deutlich, dass DMB dank frisch beschlossener Bandbreitenkonzepte ebenfalls bis zu 30 Programme anbieten könnte. Man ist sich also industrieweit einig, sich uneinig zu sein. Im Endeffekt läuft es wohl darauf hinaus, dass beide Übertragungsstandards gleichzeitig nebeneinander existieren werden. Für den Verbraucher ein Grund, sich wieder einmal wegen der Kompromissunfähigkeit der Hersteller und Betreiber zu ärgern? Nicht unbedingt, denn beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. DMB eignet sich vor allem für die Bereitstellung von Signalen über weite Gebiete hinweg. DVB-H wäre die erste Wahl für Ballungsräume, insbesondere da durch die starke Ausgangsleistung auch ein relativ stabiler Empfang innerhalb von geschlossenen Räumen gewährleistet werden kann. Und dann hat auch noch das Kartellamt ein Wörtchen mitzureden. Und die Handyhersteller. Und die Netzbetreiber, von denen jeder natürlich sein eigenes Programm zur Verfügung stellt. Unser persönlicher Vorschlag ist daher noch einmal ganz klar: Warten Sie noch ab. Erste verlässliche Richtungen dürften auf der IFA 2007 erkennbar sein. Mit etwas Glück haben wir dann auch bereits die ersten Hybrid-Handys in der Hand, die sich sowohl auf DMB als auch auf DVB-H verstehen – und vielleicht obendrein mit einer erträglicheren Batterielaufzeit aufwarten können.

Handy bleiben!

TV mobil: Alles oder Nichts!

Reine DMB/DVB-Empfänger sind für Kunden interessant, die mit ihrem Mobiltelefon noch rundum zufrieden sind und daher kein Kombigerät wünschen. Für alle anderen Systeme lautet ein wichtiges Motto: Handy bleiben!

Lesen Sie weiter: (Handy-) TV in Deutschland

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